Noch mehr Kinder und Jugendliche fühlen sich im zweiten Lockdown belastet von der Situation und sie sind schwerer belastet: das ist die Kurzzusammenfassung der zweiten Befragungswelle der Coosy Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf – UKE. Über 1.000 Kinder und Jugendliche und 1.600 Eltern wurden im Juni 2020 sowie im Zeitraum von Mitte Dezember 2020 bis Mitte Januar 2021 im Rahmen dieser repräsentativen Studie befragt.

Viele beobachtete Bereiche haben sich eher verschlimmert in der zweiten Befragung, die im zweiten Lockdown und bei geschlossenen Bildungseinrichtungen stattfand: Ängste und Sorgen haben im Vergleich zur Befragung im Juni ebenso zugenommen wie depressive Symptome und psychosomatische Beschwerden wie Bauch- und Kopfschmerzen.

„Wir haben es als Gesellschaft noch nicht geschafft, die psychische Belastung der Kinder im Verlauf der Pandemie zu verbessern oder sie auch nur zu stabilisieren“, so Studienleiterin Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer bei der heutigen Pressekonferenz. Auffällig sei, dass Familien mit ausreichend Ressourcen und Zeit für die Kinder, diese Belastungen besser auffangen könnten. Insbesondere eine belastende finanzielle Situation oder beengte räumliche Verhältnisse nennt sie als „Risikofaktoren“: „Es geht also den Kindern besonders schlecht, die zu Hause nicht mehr aufgefangen werden. Die Freunde können sie nicht mehr sehen, die Schule ist geschlossen.“

Zudem empfinden die Schulsituation viele Kinder und Jugendlichen jetzt schwieriger als im ersten Lockdown. Und auch diw sportliche Betätigung ging weiter zurück und scheint noch mehr zu fehlen: „Sport ist ganz wesentlich für das psychische und physische Wohlbefinden. Neben der für die gesunde Entwicklung so wichtigen Bewegung treffen Kinder und Jugendliche beim Sport auch ihre Freunde, lernen, sich in eine Mannschaft einzuordnen und mit Konflikten, Siegen und Niederlagen umzugehen.“

Hier die Ergebnisse ausführlicher: https://www.uke.de/dateien/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschungssektion-child-public-health/dokumente/copsy/pm20210210_ergebnisse_2._befragung_copsy-studie.pdf


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