Schritt für Schritt zurück zur Normalität geht es bisher hauptsächlich für Erwachsene. Gastronomie, Handel, Freizeitaktivitäten, Reisen, private Feiern und vieles mehr ist mit 3G und zum großen Teil ohne weitere Einschränkungen möglich. Normalität an Schulen und Kitas ist jedoch in weiter Ferne.

Statt Maßnahmen für Kinder zu lockern, werden diese trotz steigender Impfrate und sinkenden Inzidenzen verschärft! Inzwischen müssen sich Kinder dreimal pro Woche verpflichtend testen, die Maskenpflicht auch im Unterricht wurde unbefristet und inzidenzunabhängig festgeschrieben. Strenge Kohorten sind in vielen Kitas/ Schulen immer noch Alltag. Aktivitäten im Verein, Ausflüge und Museumsbesuche mit Kindern erfordern umfassende Planung. „Gilt der Test der Schule, wo muss Maske getragen werden? Muss ich auch das Kind unter sechs Jahren vorab anmelden?“ Während auf Wein- und Oktoberfesten ausgelassene Stimmung herrscht und die neue Freiheit gefeiert wird, erklären Eltern verzweifelt den frustrierten Kindern, dass diese Freiheit für sie nicht gilt! „Unterricht im Restaurant, das wäre doch die Lösung“ wird mit gespielten Lächeln vor dem Schultor geäußert.

Aus Sicht der überwiegenden Mehrheit der Eltern und Expert*innen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendmedizin sind die Einschränkungen für Kinder unverhältnismäßig. So hat die Petition „Aufhebung der Maskenpflicht im Unterricht!“ innerhalb von 3 Tagen fast 100.000 Unterschriften erreicht.[1]

Die pädiatrischen Fachgesellschaften stellen in den aktuellen Stellungnahme ebenfalls klar, dass die harten Regelungen für Kinder unverhältnismäßig und nicht durch pandemischen Nutzen begründbar sind.[2] Die Schäden, die dadurch bei Kindern und Jugendlichen entstehen, scheinen keine Rolle zu spielen, die Kraft und der Zeitaufwand, der bei den Eltern entsteht,  wird als selbstverständlich vorausgesetzt.

Die Solidarität, die von unseren Kindern in den vergangenen Monaten abverlangt wurde, ging zulasten ihrer psychischen und physischen Gesundheit. Von der Politik erwarten wir Strategien, wie diese Missstände bei den  Kindern und Jugendlichen wieder gut gemacht werden sollen und weiterer Schaden abgefedert werden kann. Aufgrund der Nachteile die Kinder durch die Einschränkungen erfahren, sind die geltenden Maßnahmen nicht Teil einer Strategie der Vorsicht, sondern die einer Hochrisikostrategie!

Wir fordern bei unserer Demonstration  eine (frühkindliche) Bildungs- & Teilhabegarantie – inzidenzunabhängig und kindgerecht durch:

  • sinnvolle Handlungsstrategien und Maßnahmen, die zielgerichtet helfen Kollateralschäden bei Kindern und Jugendlichen auszugleichen, ohne die Kinder erneut zu belasten
  • sofortige Normalität für Kinder und Jugendliche mit inzidenzunabhängigem Regelbetrieb in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen und bei Freizeitaktivitäten – ohne Wenn und Aber. Dies beinhaltet auch außerunterrichtliche Angebote wie AGs, Kooperationen mit außerschulischen Bildungspartnern & KiTas, Klassenfahrten und Förderangeboten
  • Kindgerechte Hygienebedingungen, die Lern- und Entwicklungschancen und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen genauso berücksichtigen wie den vermuteten pandemischen Nutzen: U.a. Sofortiger Verzicht auf eine Maskenpflicht im Unterricht, in der Betreuung und auf dem Schulhof
  • Gleichstellung aller Kinder und Jugendlichen mit geimpften Erwachsenen, zur Vermeidung überzogener Quarantäneregeln und Diskriminierung nach Impfstatus
  • Fachkräfteoffensive in (frühkindlichen) Bildungseinrichtungen und Aufbau multiprofessioneller Teams in Schulen, da deren Fehlen in der Pandemie noch stärker zu Tage getreten sind

Erheben Sie mit uns Ihre Stimme, denn die Kinder sind unsere aller Zukunft!

Initiative Familien, Landesgruppe Baden-Württemberg gemeinsam mit den Initiativen „Laut für Familien“  und ein „Zeig Dein Herz für Kinder“


[1]https://www.change.org/p/theresa-schopper-aufhebung-der-maskenpflicht-im-unterricht-in-baden-württemberg?redirect=false

[2] https://dgpi.de/sars-cov-2-risiken-kinder-einfluss-saisonalem-verlauf-virusvarianten-impfeffekt/